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 Motiv: ©dusanpetkovic1  - stock.adobe.com

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Leichte Entspannung am Saar-Arbeitsmarkt, aber Risiken bleiben bestehen


Im September ist die Arbeitslosigkeit wieder gesunken. Die Entwicklung folgte dabei dem jahreszeitlich üblichen Verlauf, nach dem bspw. junge Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Anschlussbeschäftigung finden. Auch half die Konjunkturaufhellung nach dem Corona-Einbruch dem Arbeitsmarkt wieder etwas auf die Sprünge. Aktuell gibt es an der Saar 39.873 Arbeitslose. Das sind 6.530 Menschen mehr als noch ein Jahr zuvor (+19,6 Prozent). Und mehr September-Arbeitslose gab es im Saarland zuletzt im Jahr 2007. Selbst auf dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise im Jahr 2009 lag die Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat mit 38.875 Arbeitslosen klar darunter.

Die September-Arbeitslosenquote liegt im Saarland bei 7,5 Prozent (Bund: 6,2 Prozent). Nach wie vor gilt, dass bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie eine schwache Konjunktur und strukturelle Probleme in Teilen der Industrie den Arbeitsmarkt an der Saar unter Druck gesetzt hatten. Im Ergebnis ist deshalb der Abstand zu den anderen Bundesländern in den letzten Jahren immer weiter angewachsen. Aktuell weisen nur noch sechs Bundesländer eine höhere Arbeitslosenquote auf. Bezogen auf den Spitzenreiter Bayern ist die Quote im Saarland fast doppelt so hoch.

Die Teilsegmente des Arbeitsmarktes haben sich an der Saar und im Bund im September zwar gleichgerichtet aber durchaus in unterschiedlichem Ausmaß entwickelt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen sank im Saarland von 7,5 auf sieben Prozent. Deutschlandweit von 6,9 auf 6,2 Prozent. Bei den 55 bis unter 65-Jährigen verringerte sich die Quote deutlich schwächer. Hierzulande von 6,7 auf 6,6 Prozent. Im Bund von 6,2 auf 6,1 Prozent. Gesunken ist auch die Quote arbeitsloser Ausländer. An der Saar von 22,5 auf 21,5 Prozent. Im Bund von 15,6 auf 15,1 Prozent. Schlussendlich hinkt das Saarland dem Bund nach wie vor in allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinterher.

Im Hinblick auf die Beschäftigung verstärkt die Corona-Krise den bestehenden Negativtrend. Im Juli (neuere Daten liegen noch nicht vor) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar erneut, auf jetzt 384.100, gesunken. Auch wenn dies im längerfristigen Vergleich immer noch ein hohes Beschäftigungsniveau darstellt, zeigt der Vorjahresvergleich doch einen deutlichen Beschäftigungsrückgang. Gegenüber Juli 2019 beträgt er im Saarland -1,4 Prozent (-5.616 Arbeitsplätze). Damit liegt das Saarland im Bundesvergleich auf dem vorletzten Platz, nur in Thüringen war der Verlust mit -1,5 Prozent größer. Der Bundesdurchschnitt liegt bei -0,3 Prozent.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit folgt dem üblichen saisonalen Muster, denn viele junge Menschen haben im Anschluss an ihre Ausbildung eine Beschäftigung gefunden. Ein stückweit spiegelt er aber auch wider, dass die Konjunktur sich nach dem tiefen Einbruch im Frühjahr allmählich wieder berappelt. Die positive Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt durch das Infektionsgeschehen und den Strukturwandel in der Saarindustrie weiter angespannt bleibt. In dieser Situation wären zusätzliche Belastungen durch Steuern, Abgaben und noch mehr Bürokratie Gift für den weiteren Erholungsprozess. Die Wirtschaft braucht dringend ein Belastungsmoratorium.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die heute (30. September) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

Mehr Beschäftigung, weniger Arbeitslose Nr.1 09/2020
Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

ntwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Sechs Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)

Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)




Ihr Anliegen ist unser Auftrag

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Leichte Entspannung am Saar-Arbeitsmarkt, aber Risiken bleiben bestehen