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 Motiv: ©dusanpetkovic1  - stock.adobe.com

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Kennzahl: 17.14655
03.01.2020

Arbeitsmarkt gerät zunehmend in den Sog der Konjunkturschwäche


Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit an der Saar wieder gestiegen. Im Bund verlief die Entwicklung gleichgerichtet aber erneut gedämpfter. Insgesamt steigt durch den konjunkturellen Abwärtstrend und strukturelle Probleme in Teilen der Saarindustrie weiter der Druck auf den Arbeitsmarkt. Bereits zum achten Mal in Folge ist an der Saar deshalb ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich feststellbar. Daher ist die Saar-Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2019 auch über das Niveau des Vorjahres gestiegen (32.854 zu 32.233 Arbeitslosen). Und auch die Jahres-Quote stieg von 6,1 auf 6,2 Prozent. Im Bund hingegen liegen sowohl die Quote wie auch der Jahresdurchschnitt der Arbeitslosen 2019 unter den Werten von 2018. Die Arbeitslosigkeit ist im Bund also auch 2019 noch gesunken. Damit ist eine erneute Abkopplung der Arbeitsmarktentwicklung an der Saar vom Bundestrend unübersehbar.

Aktuell sind an der Saar 32.996 Menschen arbeitslos. Das sind 687 Personen mehr als im November und 2.755 Arbeitslose mehr als im Dezember 2018. Die Arbeitslosenquote stieg damit auf 6,2 Prozent, im Dezember 2018 betrug sie noch 5,7 Prozent. Im Bund stieg die Quote leicht auf 4,9 Prozent (Dezember 2018 ebenfalls 4,9 Prozent). Die Schwächetendenzen des Saar-Arbeitsmarktes zeigen sich auch im Ranking der Bundesländer. Unverändert weisen nur noch fünf Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 2,8 Prozent beweist, wie weit das Saarland inzwischen zurückgefallen ist. Schlusslicht im aktuellen Ländervergleich bleibt weiterhin Bremen mit 9,8 Prozent.

In einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung abermals uneinheitlich. Die Jugendarbeitslosigkeit verringerte sich im Dezember an der Saar erneut. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen sank leicht auf 4,8 Prozent. Im Bund verharrte sie dagegen bei 4,1 Prozent. Dagegen stieg die Arbeitslosigkeit älterer Menschen im Saarland wie auch im Bund leicht an. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen kletterte hierzulande auf 5,8 Prozent, deutschlandweit auf 5,3 Prozent. Ebenfalls wieder zugenommen hat die Ausländerarbeitslosigkeit. Im Saarland stieg die Quote arbeitsloser Ausländer kräftig von 17,9 auf 18,4 Prozent, im Bund etwas schwächer von 11,8 auf 12,1 Prozent. In allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinkt das Saarland dem Bund weiterhin also mehr oder weniger deutlich hinterher.

Das Beschäftigungsniveau ist im Oktober (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) bundesweit wie auch an der Saar wieder gestiegen. Mit 396.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wurde hierzulande sogar ein neuer Rekord erreicht. Dennoch ist auch hier eine Trendwende erkennbar, denn seit Mitte des Jahres ist eine deutliche Abschwächung beim Beschäftigungszuwachs feststellbar. Und mit nur noch 644 zusätzlichen Stellen gegenüber Oktober 2018 liegt das Saarland im Länderranking des Vorjahresvergleichs nur noch auf dem drittletzten Platz. Auch bei der Beschäftigungsentwicklung sind die Bremsspuren der wirtschaftlichen Entwicklung an der Saar inzwischen deutlich feststellbar.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresende kommt nicht überraschend. Die konjunkturelle Schwäche wie auch strukturelle Probleme in Teilen der Saarindustrie färben inzwischen auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt ab. Darüber kann auch nicht die nach wie vor noch positive Beschäftigungsentwicklung hinwegtäuschen, die mit zuletzt 396.700 Beschäftigten einen neuen Rekord erreichte. Für 2020 erwarten wir einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auf bis zu 6,5 Prozent im Jahresschnitt und einen Rückgang der Beschäftigung um bis zu 2.000 Arbeitsplätze.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die heute (03. Januar) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.


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